Die Bauzeit

Bauplatz Landsknecht 1936
Die Grundsteinlegung am 07.07.1937

Im Jahr 1936 wurde mit dem Bau der Bundesstraße 9 begonnen. Damit war für die Familie Mudersbach-Leonhard klar, dass die Heerstraße, welche durch Fellen führt ihre Bedeutung als Durchgangsstraße verlieren wird. In Fellen betrieb Heinrich Mudersbach zusammen mit einen vier Töchtern "Die Erholung", ein Gasthaus und Casino mit Tankstelle.

Es wurde ein Bauplatz für die neue Erholung gesucht und gefunden. Die neue Erholung bekam den Namen "Gasthaus zum Landsknecht" Baubeginn war 1937 und Eröffnung am 28. Mai 1938.

Die Grundsteinlegung des "Landsknecht" fand am Hochzeitstag von Paula (geb. Mudersbach) und Otto Leonhard am 07.07.1937 statt.

wie es weiterging

Die Mitarbeiter von 1938 mit Küchenchef Meier
Die Gaststube des Landsknecht 1938

Der Landsknecht wurde als Gaststätte mit angeschlossener Tankstelle geführt. Ella Mudersbach und Paula Leonhard führten das Hotel und Paula unterstütze Ihren Mann Otto bei der Führung der Tankstelle und des Fuhrunternehmens.

 

 

Bis 1948

Der Betrieb des Landsknechts wurde auch während des Krieges aufrechterhalten. Bis gegen Ende des Krieges 1945 die Amerikaner den Landsknecht beschlagnahmten, um ihn als Quartier für Ihre "Battle of Wellmich" zu nutzen und von der Panzerrampe aus mit Sturmboten die "SS" auf der anderen Rheinseite anzugreifen.  Während dieser Schlacht wurde die Burg Maus stark beschädigt und auch der Landsknecht musste einstecken. Bei Niedrigwasser kann man heute noch die Einschlagtrichter im Flussbett erkennen.
Ursächlich für die Schlacht an diesem Standort war das Ausweichgleis hier bei Fellen, welches das einzige zwischen Bingen und Koblenz war. Die Strecke Saarland entlang der Nahe und ab Bingen durchs Rheintal stellte die Kohleversorgung für das Ruhrgebiet sicher. Dazu kam, dass sich hier am Landsknecht  eine der wenigen Panzerrampen befand, die das Zuwasserlassen der Sturmboote ermöglichte.

Die Familie Leonhard-Mudersbach lebte während der Besatzung wieder in der alten "Erholung" in Fellen. Nachdem die Amerikaner abgezogen waren kam das Gebiet unter französische Verwaltung und von 1945 bis 1948 war der Landsknecht von den Franzosen beschlagnahmt und der Hotel- und Gasthausbetrieb ruhte.

 

Wirtschaftswunderzeit

Ein Fest auf der Terrasse 1952
Ein schöner Sommertag
Anbau der VW-Werkstatt 1953

Die Fünzfiger Jahre. Es geht aufwärts im Rheintal. Der Landsknecht macht gute Geschäfte. Otto Leonhart erweitert die Tankstelle um eine Werkstatt und betreibt erfolgreich ein VW-Autohaus. 

Die Sechziger

Der Werkstatthallenbau 1963/64
v.l.n.r Klaus und Lidwina (Lilli) Nickenig, Ursula Nickenig (Schwester von Klaus), Friederike (Friedel) und Anton (Toni) Nickenig

Es wird gebaut im Landsknecht. Mittlerweile sind in den Betrieben Hotel, Tankstelle und Werkstatt rund 40 Personen beschäftigt. Es ist 1963/64 eine neue und sehr moderne Halle gebaut worden. Otto Leonhard wurde Ford-Haupthändler. Seine Schwägerin Ella führt den Landsknecht sehr erfolgreich. Viele Feste finden statt. Ein beliebtes Ausflugslokal.

 

1965 verstirbt Ella Mudersbach und das Hotel wird an Friederike und Anton Nickenig verpachtet, die Großeltern von Martina Lorenz, der heutigen Eigentümerin.

Die Siebziger

65. Geburtstag von Otto Leonhard im Mai 1972
Ein typischer Sonntagmittag in den siebziger Jahren
Weihnachtsfeier des Fellner Gesangsvereins "Frohsinn" 1973 mit dem Nikolaus Fritz Michel
Rheinterrasse

Am 01.01.1970 pachteten Klaus und Lidwina Nickenig (meine Eltern, da war ich gerade geboren) den Landsknecht. 

Klaus Nickenig als frisch gebackener Küchenmeister und Lidwina Nickenig, die sich den letzten Schliff in Häusern wie "Fritz von Opel" holte traten an, den Landsknecht erfolgreich zu führen.

Nach wie vor fanden viele Familienfeiern statt und da die B9  die Hauptverbindung am Rhein war (die Autobahn A61 gab es noch nicht) war der Landsknecht ein begehrtes Ausflugsziel für Reisebusse. 

1974 wurde mein Bruder Claus geboren, der allerdings nicht in die Gastronomie ging, sondern Steuerberater wurde.

Ich glaube, meine Eltern haben in den Siebzigern Nachts von dem typischen "sch...pff" Geräusch der sich entlüftenden Bremsen der Busse geträumt und den Bergen von Kartoffel- und Wurstsalat, die damals über den Pass gegangen sind.

Ich erinnere mich, wenn ich an die Siebziger denke an heiße Sommernachmittage und unzählige blaue Universbusse, die auf unserem Parkplatz standen. Den Ruf nach mehr Kaffee "Komm Klaus, mach hinne, wir müssen weiter", dem empörten Ausruf meiner Mutter "Wer hat um Himmels Willen die gehackte Petersilie unter den Sahnebläser gestellt, die Joghurtsahne ist grün gesprenkelt!!!" (Könnte ich gewesen sein...!), Fräulein... ich möchte zahlen...!

Später dann, als ich rechnen konnte der Dosenwurstverkauf. Ich hatte einen kleinen Wagen und bin damit durchs Restaurant gelaufen und habe den Reisegesellschaften auf dem Heimweg die gute Wurst vom Metzger Müller und später Metzger Engelbert aus St. Goar zum mitnehmen verkauft. 

Die Achtziger

Im Mai 1980 mit der überdachten Terrasse im Hintergrund
Hochwasser 1988
Kernsanierung Küche 1984
Neubau Rheinterrasse 1982
Neubau Terrassenrestaurant 1982
Treppenhaus 2. OG 1987
Martina, Klaus und Lidwina Nickenig Ausbau 2. OG Hotel 1987
 

1982 konnten meine Eltern den Landsknecht kaufen. Mit viel Elan gingen Sie daran das Hotel Restaurant nach Ihren Wünschen und Vorstellungen zu gestalten.

Jetzt rollten die Umbauwellen nur so heran.

Die Rheinzimmer unter der Terrasse wurden gebaut (dort war seinerzeit die VW-Werkstatt von Otto Leonhard). 

Es entstanden neue Gästetoiletten. Die Alten, vorne am Eingang, wurden herausgerissen und es wurde dort das Büro gebaut. Ebenfalls ein Ort zum sitzen und denken.

Nach 48 Jahren wurde 1984 die Küche von Herrn Meier komplett herausgerissen und kernsaniert. Das war ein sehr kalter Winter und ich weiß noch, dass meine Mutter, mein Bruder Claus und ich abends immer den Sand ins Haus gefahren haben, damit die Bauarbeiter am nächsten Morgen aufgetauten Sand zum arbeiten hatten. Der Bau musste schließlich bis Ostern fertig sein.

Nach und nach bekamen alle Hotelzimmer ein eigenes Bad und wurden von Grund auf renoviert. Aus drei mach zwei.

Das Terrassenrestaurant wurde gebaut, dafür wurde die überdachte Terrasse Ihrer Form nach geschlossen, die Terrasse selbst erhielt ein neues Outfit.

Es vollzog sich allmählich der angestrebte Wandel vom Ausflugsstop hin zur Familien- und Ferienhotelerie. Die A61 war fertig gebaut und der Busreiseverkehr floss nun über die Autobahn. Und der Rhein so manches mal durchs Haus, so wie 1988 mit dem höchsten Pegelstand von 8.18 m. da stand es bei uns ein Meter hoch in den Rheinzimmern.

Die Neunziger

Unser Schatz über alle Jahre - Unsere Azubis!
Ein rustikales Buffet 1994
Trachtenmodenschau im Landsknecht 1995 (Foto: Raimund Specht)
Gault Millau
Im Garten der Düfte 1997
Lecker Essen 1998
Weinkönigin Martina 1995
 

1991 habe ich meine Ausbildung zur Restaurantfachfrau im Hotel Bareiss beendet und bin erst mal in den Landsknecht gekommen, um meine Eltern zu unterstützen. 

Am 19. April 1992 stirbt plötzlich mein Vater Klaus an einem Herzinfarkt.

Damit war für mich klar, dass ich auf jeden Fall hier bleiben werde, um meine Mutter/meine Familie zu unterstützen, was ich bis heute nie bereut habe.

Es war eine schwierige Zeit. Meine Eltern hatten sehr viele Dinge erträumt, geplant und angerissen. Meine Mutter und ich mussten uns in neue Aufgaben und Verantwortungsbereiche einfinden und das Schiff "Landsknecht"wieder auf einen gesunden Kurs bringen.

Die Hotelklassifizierung des "Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga)" wurde aus der Taufe gehoben und wir 1993 mit 3 Sternen klassifiziert.

1993 bekamen wir Internet, E-Mail und unsere erste Homepage.

1994/95 wurde ich Mittelrhein-Weinkönigin und der Landsknecht bekam schon zu diesem Zeitpunkt den Drall in Richtung "Weinhotel".

1995 haben wir gemeinsam mit den Kollegen die "Mittelrhein-Momente" gegründet. Eine Gemeinschaft von Wirten und Winzern, die es ich zum Ziel gemacht hat, das Mittelrheintal kulinarisch kulturell nach vorne zu bringen und nach fast 20 Jahren kann ich sagen: "Ich glaube, dass ist uns gelungen"

Es wurde die Rieslingstube gebaut  und das Dachgeschoss ausgebaut. Nach und nach entstanden im Haus Landsknecht moderne Wohneinheiten.

Der Gault Millau bewertete uns 1999 mit 13 Punkten, für uns eine Riesenfreude und Bestätigung für die fantastische Arbeit, die meine Mutter in der Küche geleistet hat.

 

2000 bis 2010

Familie Lorenz und Nickenig-Kehring im Herbst 2008
Frühling 2008
Lilli Nickenig, Claus Nickenig und Martina Lorenz in 2007
Wir werden Rheinsteigpartner
Umbau von Zimmer Nr 8 mit Einbau der Klimaanlage
und Nr. 8 nach dem Umbau
Feuerwehrübung in 2009
Lilli und HD

Das Jahrzehnt brachte uns viele Neuerungen. Fangen wir mit dem Privaten an. Es gab gleich 2 Hochzeiten in der Familie.

In 2002 haben Joachim und ich geheiratet und im Jahr darauf hat meine Mutter Hans-Dieter Kehring geheiratet, der der Familie schon lange ein guter Freund war.

Insbesondere meine Heirat mit Joachim rückte das Thema Wein in den ganz speziellen Fokus und wir eröffneten unsere erste Vinothek im Landsknecht in welcher wir die Weine aus unserem Familienweingut "Toni Lorenz, Boppard" begannen zu verkaufen.

 

2004 traten wir der Hotelkooperation "Flair" bei, was für uns und unsere Entwicklung damals sehr wichtig war. 

Im November 2005 habe ich den Landsknecht von meiner Mutter übernommen, und ganz das Kind meiner Eltern, sofort gebaut.

Die Rheinzimmer wurden renoviert, das Terrassenrestaurant bekam ein neues Outfit, die Zimmer im Haupthaus wurden renoviert und es wurde eine zentrale Klimaanlage eingebaut. Sehr ökonomisch und ökologisch mit einer Luft-Wärme-Pumpe. Auch energetisch wurde einiges am und im Haus gemacht, um den Energieverbrauch zu reduzieren, dem Lärmschutz genüge zu tun und nachhaltig zu wirtschaften. Das zahlte sich nicht nur in Heller und Pfennig, sondern auch in einer guten Umweltbilanz und dem späteren Erfolg in form des Dehoga Umweltsiegels in Silber in 2012 aus.

 

2006 absolvierten die "Servicequalität Deutschland" und haben uns für die Stufe 1 zertifiziert. Im gleichen Jahr wurden wir mit dem Servicestar des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet und 12 Monate später belegten wir den zweiten Platz beim Wettbewerb "Gastgeber des Jahres" Rheinland-Pfalz. Ein schöner Erfolg, auf den wir heute noch sehr stolz sind.

 

Toll war dann das Zertifikat des Welterbe Gastgebers.

Um dies zu erreichen musste man von der Dehoga klassifiziert sein (wir inzwischen mit 3 Sternen superior) und die Servicequalität der Stufe 1 nachweisen und noch einen zusätzlichen Qualifizierungstest durchlaufen.

In 2008 sind wir direkt bei der ersten Welle zertifiziert worden und seitdem mit viel Engagement dabei an der touristischen Entwicklung unseres Tals gemeinsam mit den anderen Welterbe-Gastgebern mitzuarbeiten und Projekten Leben  zu verleihen.

 

 In 2008 wurde nicht nur die Welterbe Gastgeber aus der Taufe gehoben sondern auch unser Sohn Lukas kam zur Welt.

 

2011 bis heute

Weinlese im Bopparder Hamm, Joachim Lorenz mit seinem Vater Toni und Bruder Heinz
Lachsfilet
Aprikosenkuchen, das Sommervergnügen
Küfersteak vom Grill mit Backkartoffel
Der neue Kinderspielplatz
Bauphase des Kinderspielplatzes
Lorenz Weine
Abendstimmung auf der Rheinterrasse des Weinhotels
Die neugebauten Rheinzimmer im Landsknecht
Lukas in der Weinlese mit Papa Joachim Lorenz
Winter im Weltkultuerbe
Unser Baggerführer
Der Boden des neuen Restaurants wird betoniert
Der Rohbau schreitet voran
Keine moderne Kunst sondern lediglich die Fußbodenheizung im neuen Restaurant "Ausblick"
Ein typischer Sonntagmittag 2013
Jezt ist es fertig. Unser Restaurant -Ausblick-
Das sind wir, Joachim, Lukas und Martina Lorenz

In 2011, vom Baufieber beseelt haben wir den letzten Gebäudeteil, der noch nutzungsfrei war ausgebaut und es entstanden 3 weitere Zimmer und der Massageraum.  Zur gleichen Zeit war auch die Bundesgartenschau in Koblenz. wenn es nach mir geht, könnte jedes Jahr Bundesgartenschau in Koblenz sein. Es war einfach nur toll und es ging ein solch positiver Swing durchs Tal. 

Davon angesteckt haben wir uns intensiv unserem 3/4 Hektar Garten gewidmet und die Beete mit Unkrautvlies abgedeckt und mit verschiedenen Materialien bedeckt. Der Strauchschnitt ist inzwischen zu Humus geworden und auf diesem Unkrautvlies zieht unser Sohn Lukas jetzt sehr erfolgreich seine Erdbeeren.  

Aber nicht nur Erdbeeren auch sehr viel anderes Obst und Kräuter kommen aus unserem Garten und den Streuobstwiesen des Weinguts.

 

In 2012 wurde der Kinderspielplatz auf der Terrasse erneuert und damit zugleich die Rheinterrasse erweitert. Wir erhielten das "Dehoga Umweltsiegel in Silber" für unser nachhaltiges ökologischer Wirtschaften im Hotel und Restaurant. 

 

Dann am 02.01.2013 haben wir mit dem Neubau unseres Restaurants "Ausblick begonnen. Direkt am Rhein neben der Terrasse ist hier ein Wintergarten entstanden der beinahe schon über dem Rhein schwebt. 

Durch den Neubau ist es uns möglich geworden eine neue größere barrierefreie Rezeption und einen größeren Weinshop für die Weine meines Mannes im Stammhaus zu bauen.

 

...und am 08. Juni ist Eröffnung und die Jubiläumsgala!

Dank

Ich danke meiner, Mutter, meiner Familie und allen die vor mir hier an diesem Ort die Verantwortung getragen haben für Ihre Voraussicht und ihr immerwährendes Denken, die Träume und den Glauben an die Zukunft, dass alles schon werden wird.  Ohne diese Hoffnung, ohne den Glauben wären die Hürden nicht gemeistert die Hindernisse nicht aus dem Weg geräumt und die Ziele nie erreicht worden. 
DANKE!

 

Wir danken Ingrid Leonhard für die Bereitstellung der Fotos und für die Zeit, die Sie sich genommen hat, die Geschichte des Landsknechts und Ihrer Familie aufzuschreiben und uns zur Verfügung zu stellen.

 

Wir danken allen Mitarbeitern für  75 Jahre Landsknecht. Jeder von Ihnen hat seinen Teil dazu beigetragen, dass der Landsknecht zu dem werden konnte, was er heute ist. Ohne Ihre tätige Mitarbeit, wäre das nicht möglich gewesen.

 

Wir danken Ihnen liebe Gäste, die sie uns über so viele Jahre die Treue gehalten haben und hoffentlich weiter halten werden. Und wir freuen uns auf Sie, liebe neue Gäste, die uns bald kennen lernen werden.

 

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